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    BuFDI Grünhaar

    Interview mit Franziska

    Zwölf Monate lang, bis in den August 2015, hatte das Hospiz Villa Auguste eine fleißige Helferin mehr, gestellt durch den Bundesfreiwilligendienst. Dieser Dienst - deren Freiwillige liebevoll BuFDi genannt werden - ist 2011 als Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeldlichen Arbeit in Deutschland eingeführt worden, als Reaktion auf die Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes. Er ergänzt die Freiwilligendienste "Freiwilliges Soziales Jahr" und "Freiwilliges Ökologisches Jahr". An ihrem letzten Arbeitstag in der Villa Auguste hat die aus dem Schwarzwald stammende 19-jährige BufDi Franziska Roth auf ihren Einsatz zurück geblickt.

    1. Warum haben Sie sich für einen Freiwilligendienst im Hospiz entschieden?

    Franziska: Ich möchte Psychologie studieren und danach im Bereich der psychosozialen Betreuung arbeiten. Nach dem Abi und vor dem Studienbeginn wollte ich jedoch testen, ob ich mich wirklich für die Hospiz-Arbeit eigne. Obwohl ich bereits bei einem freiwilligen Praktikum in den Sommerferien mit Kindern gearbeitet habe, denen Geschwister verstorben sind, war ich mir nicht sicher.

    Auch wollte ich den Alltag in einem Hospiz kennen lernen. Denn in der Theorie interessiere ich mich besonders für die RAI-Therapie, die in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger nicht den Pflegeaufwand misst, sondern den Pflegebedarf. Dies ermöglicht folglich die Erstellung eines Pflegeplans, der tatsächlich auf den individuellen Pflege bedarf abgestimmt ist. Wie sieht es in der Praxis aus, war meine Frage.

     

    2. Sollte es von Anfang an die Villa Auguste sein?

    Franziska: Ich wollte nach Leipzig, weil das Leben als Student, als junger Mensch hier bezahlbar ist. Schließlich leiste ich mir von meiner derzeitigen Vergütung eine eigene Wohnung, muss nicht in eine WG. In der Villa Auguste habe ich mich selbst beworben. Schon bei meinen ersten Telefonaten und danach beim Bewerbungsgespräch habe ich die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Teams gespürt. Ich war froh und glücklich, dass ich genommen wurde.

    Durch den Einsatz in der Villa Auguste wollte ich herausfinden, ob ich für die Bezugspflege geeignet und dem Arbeitsrhythmus im Hospiz gewachsen bin. Wollte aber auch die Möglichkeit haben, mich einzubringen und zu helfen. Ich wollte meine  Empathie stärken, wollte erkennen ob ich in der Lage bin, mich freizumachen von Vorurteilen.

     

    3. Wie sind die zwölf Monate Dienst im Hospiz verlaufen?

    Franziska: Viele, ja fast alle von meinen Wünschen sind erfüllt worden. Ich habe viele Einblicke in die Abläufe im Hospiz erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Das Pflegeteam hat mir von Anfang an vermittelt, dass ich gebraucht werde und dass meine Hilfe anerkannt wird. Ich wurde als Kollegin aufgenommen.

    Von den Bewohnern erhielt ich sehr oft tiefen Einblick in ihre Lebensgeschichte, in ihre Ängste, in ihrer Bedürfnisse. So habe ich gelernt, feinfühlig zu reagieren. Ich habe gelernt, die Fähigkeit und Bereitschaft zu entwickeln, Gedanken Emotionen und Motive der Bewohner zu erkennen und zu verstehen.

    Der Anfang jedoch war sehr schwer für mich; denn ich war sehr unsicher. Zu Beginn war ich ausschließlich in der Hauswirtschaft tätig, habe beispielsweise das Essen ausgetragen. Bei der Bezugspflege bin ich immer so mitgelaufen, war noch sehr unbefangen beim Umgang mit den Bewohnern. Mit der Zeit habe ich mir vieles vom Pflegepersonal abgeschaut, wurde selbst sicherer, und ich durfte so bei der Pflege mithelfen. Zunehmend habe ich erkannt, dass es bei der Arbeit mit den Bewohnern sehr viel auf das Beobachten ankommt. Das, so glaube ich, habe ich gelernt.

     

    BuFDi Franziska

     

    4. Was hat Ihnen die Arbeit in der Villa Auguste gegeben?

    Franziska: Vor allem habe ich in den zwölf Monaten gelernt, dass jeder Mensch sehr individuell ist und dass das Sterben genauso individuell ist. Mir wurde bewusst und ich war fasziniert, wie man lebt so stirbt man auch.

    Ich habe gelernt, den Tod zu akzeptieren. Habe gesehen, dass die meisten Menschen Angst vor dem Sterben, nicht aber vor dem Tod haben und dass eine gute Pflege und gute Behandlung das Sterben leichter machen kann. Das habe ich erlebt!

    Selbst habe ich jetzt eine offenere Einstellung zum Leben gefunden, kann das Leben jetzt bewusster genießen. Jugendliche meines Alters glauben oft, das Leben ist unsterblich und Handeln danach.

    Oft wurde ich mit Schwester Franzi angesprochen, obwohl ich doch nur die Freiwillige vom BuFDi war. Eine schönste Selbstbestätigung für mich, und ich glaube, in der kurzen Zeit hier im Hospiz etwas mitgeholfen zu haben, dass es allen besser geht.

     

    5. War die Entscheidung richtig?

    Franziska: Meine Entscheidung, für das Praktikum im Hospiz war richtig. Denn ich habe viel mehr gelernt als zu Beginn erwartet. Was ich mir am Anfang vorgenommen habe, mit Menschen feinfühliger zu kommunizieren, gelingt mir jetzt.

    Die Schichtarbeit jedoch hat meinen ganzen Lebensrhythmus verändert. Die Freizeit ist irgendwie weniger geworden. Ich bin einfach sehr selten zum Bücherlesen gekommen.

     

    6. An welches Erlebnis erinnern Sie sich besonders gern?

    Franziska: Das Schönste für mich war, wenn ich jemanden eine Freude bereiten konnte. Und wenn es nur ein kleiner Eisbecher an einem warmen Tag war. Der hat dann ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, was ich gar nicht erwartet hatte.

    Meine Geschichte: Ich hatte lange Zeit hier in der Villa Auguste grüne Haare. Eine Bewohnerin nannte mich deshalb immer „Frau Grünhaar“. Ihre Enkelin hatte auch bunte Haare. Eines Tages hatte diese den Auftrag, für mich grüne Haarfarbe mitzubringen. Als die Bewohnerin mir dann die Haarfarbe schenkte, hatte sie solch ein frohes Lächeln auf dem Gesicht. Dieses Lächeln und die Geste werde ich nie vergessen. Und von dieser Bewohnerin habe ich mir vieles ab geguckt. Vor allem, wie liebenswürdig und freundlich sie zu allen anderen Bewohnern war, obwohl sie doch selbst sehr gelitten hat.    

     

    7. Was würden Sie Ihrer Nachfolgerin empfehlen?

    Franziska: Meiner Nachfolgerin in der Villa Auguste würde ich das Motto empfehlen: Ein Jahr anders leben. Also einmal etwas anderes machen, vor dem Studium einmal den Arbeitsalltag erleben.

    Man muss auch nicht einer Kirche angehören, um in der Villa Auguste mitzuarbeiten. Das war bei mir auch keine Voraussetzung.

    Mein Rat ist, das Jahr auf sich zukommen lassen. Weil sich in der Zeit viel entwickeln wird, man sehr viel lernen wird. Erst am Ende des Jahres wird man ticken, wie viel man dazu gelernt hat. Man wird feststellen, dass man nicht mehr die Selbe ist. Denn in meinem Jahr habe ich menschlich so viel gelernt, wie in meiner ganzen Schulzeit zuvor nicht.

     

    7. Wie geht es jetzt persönlich weiter?

    Franziska: Mein Psychologiestudium beginnt ab 1. Oktober dieses Jahres. Vielleicht klappt es mit dem Studienplatz in Leipzig oder auch in Halle. In jedem Fall aber bleibe ich in Leipzig wohnen. Denn während des Studiums möchte ich hier im Hospiz Villa Auguste als Minijoberin arbeiten.

    Termine

    Infoabend: 3. Sept. 2018, 17 Uhr
    Ein offener Abend für Interessenten, Angehörige und mögliche Ehrenamtliche

     


    Leitung Stationäres Hospiz

    Beatrix

    Geschäftsführerin und Hospizleiterin
    Sr. Beatrix Lewe rgs


    180425 Stationär PDL UtaWilke

    Pflegedienstleiterin 
    Uta Wilke

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