Carl Friedrich Goerdeler Gartenhausgespräch
… weil Respekt keine Frage des Geschlechts ist
Die neue Veranstaltungsreihe von Hospiz Villa Auguste und Hospizverein Leipzig fand am 8. Mai bereits zum dritten Mal zu einem Themenbereich aus der „Charta für Vielfalt“ statt. Nachdem das Lebensende und die Weltreligionen sowie die soziale Dimension die bisherigen Gespräche prägten, ging es diesmal um "Das Lebensende und geschlechtliche Identität".
Zur Begrüßung sprachen Leander Streubel, Vorstand im Leipziger Hospizverein und Geschäftsführerin Ivonne Hentschke von der Villa Auguste. Sie konnte ihren Berliner Kollegen vom Ricam Hospiz, Philipp Freund, begrüßen, Leiter des ersten deutschen Tageshospizes und Geschäftsführer vom Ricam Hospiz. Das Ricam hat die Zertifizierung als „Ort der Vielfalt“ als erstes Hospiz in Deutschland erfolgreich umgesetzt. Herr Freund stellte die Gründe vor, sich diesem aufwendigen Prozess mit mehreren Workshops und weit über hundert gelisteten Kriterien zu stellen. Letztlich werde die Atmosphäre in der Einrichtung toleranter und achtsamer für alle Beteiligten. Neu sei beispielsweise das Nachfragen bezüglich der gewünschten Anrede bei der Aufnahme. Dadurch werden auch jene Menschen gesehen, an denen als Kind eine Geschlechtsanpassung vorgenommen wurde und die entsprechend traumatisiert seien. Anna Mühle, Sozialarbeiterin im Tageshospiz, unterstrich, dass Menschen diverser geschlechtlicher Identität auch oder gerade im Hospiz noch persönlich gestärkt werden können, wenn die entsprechende Offenheit da ist. Noa-Malou Rühl absolviert ein Fachschulstudium in Erziehungswissenschaften an der Henriette-Goldschmidt-Schule Leipzig und gab aus dem persönlich Erlebtem Einblick in strukturelle und institutionelle Benachteiligungen. Zu oft würden Menschen noch immer auf bestimmte Merkmale reduziert.
Als Resümee des Abends kann festgehalten werden, dass auch hier der Hospizgedanke Orientierung gibt, welcher die unbedingte Wahrung der Individualität hochhält. Ein herzlicher Dank an die Referierenden erfolgte mit Leipziger Honig und Erfurter Schokoaufstrich. Beim anschließenden Empfang gab es noch mehr Gelegenheit zum persönlichen Austausch, für Nachfragen und Begegnungen.
Das nächste Gartenhausgespräch ist am 28.8. zum Thema Beeinträchtigungen u.a. mit der Vorsitzenden vom Verein Leben mit Handicaps, Dr. Marion Michel (siehe Termine).
Im März moderierte ebenfalls Paul Bräutigam von der Leipziger Debattiergesellschaft. Es referierten Katrin Mimus, Leiterin Sozialer- u. pflegerischer Fachdienst der Stadt Leipzig und Jana Bircken, Fachberaterin "Offene Seniorenarbeit".





