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Tag des Offenen Denkmals 

Großes Interesse an der Villa Auguste

Sehr wenig ist bekannt über den Erbauer, Emil Hugo Bärlecken, Prokurist der Klavierfabrik Zimmermann und seine Frau Auguste sowie über den Architekten und Bauunternehmer Rudolf Peuser. Nach etlichen Hürden bewohnte das kinderlose Paar sein repräsentatives Haus nur acht Jahre, feierte dort vermutlich Silberhochzeit. Bereits 1930 wollte der Bauherr die drei Flurstücke wieder an die Stadt zurückverkaufen - vergeblich. Ende 1932 war Zwangsversteigerung und die Bärleckens verzogen nach Bad Dürrenberg. Ersteher war der Lindenauer Kaufmann und Veteran des 1. Weltkriegs, Walter Benn (nicht verwandt mit dem Dichter Gottfried Benn), der die Villa für sich und seine Frau Walburga Benn erstand. Beide waren ebenfalls seit über 20 Jahren kinderlos verheiratet und haben im Juni 1945 die Villa wieder verlassen (müssen?).

Ab 1947 war die Villa Auguste ein Ort der Krankenversorgung durch die sogenannten grauen Schwestern und wurde bis Anfang der 1990er Jahre zu einer Abteilung für "Langlieger" vom St. Elisabeth Krankenhaus. 

Besonderheiten der Villa Auguste und des Art-deco Stils

Die Fassade schuf Architekt Franz Bruno Thon qualitätvoll im Art-déco Stil. Aber die Innenarchitektur ist noch im Jugendstil bzw. historisierende Stil gehalten. So die Wohndiele mit Prunktreppenhaus inklusive prächtiger Bleiglasfenster (u.a. Göttin der Musik, Euterpe), reich geschnitzte Eichentreppe (u.a. ein am Honigtopf leckender und ein spielender Bär, Eichhörnchen, Spatzennest, Greifvogel und Eule). Hinzu kommt überall Stuck und die mit Sternmotiv und Rautensprossen gestalteten Türen bzw. Fenster. Die Wandnischen waren wohl ursprünglich ausgemalt. In der Beletage gab es ein "Speisezimmer", davon durch Schiebetüren zu betreten den "Herrensalon" und den "Salon", sowie einen Musiksalon. Die Villa hatte ein großes modernes Bad und mehrere „Fremdenzimmer“.

Exklusiv wurde die jahrzehntelang geschlossene Schiebetür zum Salon wieder geöffnet und der Blick fiel auf eine stark renovierungsbedürftige Stuckdecke im Art-déco Stil. Hier war der Stukkateur seiner Zeit voraus, denn von Art-déco spricht man erst ab 1925, als der Stil durch die gleichnamige Pariser Ausstellung dominant wurde. Die Villa Auguste von 1924 ist somit eines der ersten Art-déco Häuser. es findet sich bereits das populäre Akanthus-(Distelpflanze)Motiv im schönen Werksteinportal, im Türfenster und Stuck. Und es gibt den typischen ZickZack sowie den Winkelzirkelschlag. Der Erker ist vielgliedrig mit Konsolen, die Fenster haben Ziersprossen, ebenso jene in den Dachgauben. All diese Elemente sorgen für klare Licht- und Schattenseiten und somit für Expressivität, was typisch für Art-deco ist. So auch die edlen Materialien im Entree mit rotem und grauem Marmor. Jedoch sind die floralen, rankenden Formen des Jugendstils vorrangig- neben einzelnen strengen geometrischen Art-déco Elementen.

Als Zeugen dieser vergangenen Zeit gibt es auch diverse Kalkstein-Druckplatten im Anbau von 2002. Leipzig als Stadt der Verlage und Druckereien hatte einen Überfluss dieser Platten, die nach Ausmusterung etwa als Wegebefestigung in Gärten verlegt worden. Einige wurden gereinigt, um sie als verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau auszustellen. Auch das große, 2018 nach Originalplänen mit großer Kuppel "ertüchtigte" Gartenhaus "Carl Friedrich Goerdeler" ist damit umsäumt. Es erhielt den Namen in Erinnerung an den Leipziger OBM, den das NS Regime 1945 ermordete. Es ist heute Sitzungs- und Begegnungsort, zum Beispiel für die C.F.Goerdeler Gartenhausgespräche, die Letzte Hilfe Kurse oder die Vortragsreihe "Leidenschaften Leipziger Leute". Hier waren die Kopien aus der Bauakte ausgestellt. Denkmalpfleger Thomas Noack hat sich in die Archive begeben und sehr umfangreich die Bau-Akten gehoben, die fast komplett dokumentiert sind. Aber wir suchen noch Fotos und weiteren Informationen zu den ehemaligen Bewohnern. Immerhin gibt es noch die Meldeblätter von Auguste Bärlecken und Walter Benn.

Die Resonanz des Tages war durchweg positiv, so dass die Villa Auguste zum kommenden Denkmaltag am 13. September 2026 wieder allen Architekturfreunden vorgestellt wird - dann auch verkehrsgünstiger ohne Großbaustelle und angekündigt in Leipzigs Broschüre zum Tag des Offenen Denkmals.

Unser Dank geht an Dr. Volker Rodekamp und Dr. Wolfgang Hocquel für die fachkundige Beratung und Unterstützung.   

 

Hospiz Villa Auguste Leipzig

Kommandant-Prendel-Allee 106
04299 Leipzig

Tel:  0341 / 86 31 830
Fax: 0341 / 86 31 8359

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Leitung

Beatrix

Geschäftsführerin und Hospizleiterin
Ivonne Hentschke

 

 

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Pflegedienstleiterin 
Konstanze Krusche

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