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    Praktikum im Hospiz

    Die richtigen Worte finden

    Friederike Seidel studiert Theologie und war für vier Wochen als Praktikantin im Hospiz Villa Auguste. Was sie erlebt hat, wem sie begegnet ist und was sie während der Zeit im Hospiz gelernt hat – über sich selbst und andere – erzählt sie im Interview.

     

    Wie kam die Idee ein Praktikum im Hospiz zu machen?

    In meinem Theologiestudium sind zwei Praktika vorgesehen, einmal in einer Gemeinde und einmal im diakonischen Bereich. Es gibt eine Liste mit allen Einrichtungen, die für ein Praktikum zur Verfügung stehen und auf dieser Liste ist mir das Hospiz ins Auge gefallen. Das Spannungsfeld zwischen Leben und Tod hat mich schon immer fasziniert.

     

    Wie waren die ersten Tage im Hospiz Villa Auguste?

    Zu Beginn des Praktikums wurde ich direkt ins kalte Wasser geworfen. Bereits am ersten Tag bin ich mit Bewohnern des Hospizes in Kontakt gekommen und habe sie auf ihren Zimmern besucht. Beispielsweise habe ich Sitzwachen gehalten und dabei Anwesenheit gezeigt und im Stillen Gebete für den Menschen gesprochen.

     

    190404 Interview Seelsorgepraktikum 3Friederike beim Spaziergang mit einer Bewohnerin.

     

    Auf welche Weise hast du dich auf die Zeit mit den Bewohnern vorbereitet?

    Nach der morgendlichen Mitarbeiterbesprechung habe ich mich in den Raum der Stille zurückgezogen um mich zu sammeln und auf die Besuche bei den Bewohnern vorzubereiten. Bei manchen Menschen ist es einfacher ins Gespräch zu kommen, zu reden und nachzufragen. Und bei anderen ist es schwieriger einen guten Zugang zu finden. Ich habe mein eigenes Maß dafür entwickelt, wann es an der Zeit ist das Bewohnerzimmer wieder zu verlassen. Man weiß vorher nie wie lange ein Gespräch dauern wird. An einigen Tagen wollte ich viele Bewohner besuchen, habe es dann aber zeitlich doch nicht geschafft.

     
    190404 Interview Seelsorgepraktikum 1„Mein Lieblingsort im Hospiz Villa Auguste ist der Raum der Stille, dort gibt es einen Platz an dem ich gerne sitze, wo ich mich wohlfühle.“

     

    Während deines Praktikums hast du ein Abschiedsritual für die Mitarbeiter gestaltet um ihnen zu ermöglichen sich von den verstorbenen Bewohnern des Hospizes zu verabschieden.

    Als Thema für das Abschiedsritual habe ich das Lied „Wenn ein Mensch lebt“ von den Puhdys ausgewählt, in dem es um Steine sammeln und verstreuen geht. Symbolisch habe ich einige Steine und Blumen mitgebracht. Das Schwierige für mich war es Dinge zu erzählen, die für sich sprechen. Denn das Abschiedsritual ist auch für Menschen gedacht, die mit Gott nicht so viel anfangen können.

    Viele Mitarbeiter des Hospizes sind gekommen, haben Teelichter angezündet, geredet und sich Zeit genommen. Während der Vorbereitungen habe ich nicht gedacht, dass das Abschiedsritual so eine Wirkung entfaltet. Es ist positiv angenommen worden und war allen sehr wichtig. Ich hatte durch das Abschiedsritual das Gefühl, dass ich etwas für die Pflegenden tun kann.

     

    Wie konntest du dich im Hospiz noch einbringen?

    Ich brauche Zeit um aufzuwärmen und zu zeigen wer ich bin. Am Anfang fiel mir das schwer. Bei einer Mitarbeiterbesprechung habe ich erzählt, dass ich mit einer Bewohnerin gesungen und Musik gemacht habe. Ich spiele Cello, Flöte und singe. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich das nächste Wohnzimmerkonzert gestalten möchte. Gemeinsam mit meiner Mutter und meinem Bruder  musizierte ich dann kurze Zeit später für die Bewohner des Hospizes. Es war ein schönes Konzert und wir hatten Spaß.  Selbst die Bewohner, die nicht im Wohnzimmer waren, haben unsere Musik durchs Haus gehört.

     190404 Interview Seelsorgepraktikum 2

    Friederike gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder beim Wohnzimmerkonzert.

     

    Was hast du während deines vierwöchigen Praktikums gelernt?

    Ich habe während meines Praktikums gelernt, dass Seelsorge nicht bedeutet im Christsein zu denken. Man ist zum Zuhören da und kann die richtigen Worte finden ohne direkt von Gott reden zu müssen. Meine Aufgabe Seelsorge zu betreiben, Menschen zu betreuen und ihnen zuzuhören macht mir Spaß, stößt mich aber auch an meine Grenzen. Besonders immer wieder neu auf Menschen zuzugehen ist eine Herausforderung.

    Außerdem habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Ich habe gelernt, dass ich anders wahrgenommen werde als ich mich eigentlich einschätze. Sowohl eine Bewohnerin als auch eine Pflegekraft haben mich darauf angesprochen, dass ich gut zuhören kann und Ruhe ausstrahle. Das finde ich interessant, denn innerlich bin ich eher ein unruhiger Mensch. Darüber nachzudenken war für mich sehr wichtig.

     

    Wodurch konntest du Kraft schöpfen?

    Es gibt Momente in denen man aus dem Zimmer rausgeht und das Strahlen des Bewohners mitnehmen kann. Wenn man jemand zum Strahlen gebracht hat, das ist so ein tolles Gefühl! Man geht gestärkt in die nächste Begegnung.

    Termine

    Infoabend: 6. Mai 2019, 17 Uhr
    Ein offener Abend für Interessenten, Angehörige und mögliche Ehrenamtliche


    Infoabend: 3. Juni 2019, 17 Uhr
    Ein offener Abend für Interessenten, Angehörige und mögliche Ehrenamtliche


    Sommerfest: 27. Jun. 2019


    Leitung der gGmbH

    Beatrix

    Sr. Beatrix Lewe rgs

    Geschäftsführerin

     

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